Krankmeldung - Anzeige- und Nachweispflichten

June 13, 2017

Der Tag beginnt schlecht, schon in der Nacht davor hatten sie Schmerzen und fühlen sich krank. Sie wollen sich krankmelden. Was ist zu tun?

 

1. Anzeigepflicht: Gemäß § 5 Abs. 1 EFZG trifft sie als Arbeitnehmer die Pflicht, die Arbeitsunfähigkeit und dessen (aus ihrer Sicht laienhaft bewertete) voraussichtliche Dauer dem Arbeitgeber mitzuteilen. Die Anzeige bedarf keiner besonderen Form.

 

2. Nachweispflicht ("Attestpflicht"): Grds. gilt: Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Tage an, hat der Arbeitnehmer spätestens am darauf folgenden Arbeitstag einen Nachweis über die Arbeitsunfähigkeit vorzulegen (§ 5 Abs. 1 S. 2 EFZG). Dazu muss der Arbeitnehmer einen Arzt aufsuchen. Der Arbeitgeber ist allerdings berechtigt, diesen Nachweis auch bereits ab dem ersten Tag zu verlangen. Aus Arbeitgebersicht bedarf es dafür keiner besonderen Begründung (vgl. dazu die Entscheidung des BAG aus 2012, hier abrufbar).

 

3. Drohung mit Krankmeldung: Nicht empfehlenswert ist es, dem Arbeitgeber, z.B. bei einem nicht gewähren Urlaub, mit einer Krankmeldung zu drohen, Dies stellt i.d.R. einen Grund dar, der zur außerordentlichen Kündigung berechtigt (§ 626 BGB).

 

4. Verhaltenspflichten für den Arbeitnehmer während der Krankheit: Hier gibt es keine klare Leitlinie. Wohl aber ist anerkannt, dass den Arbeitnehmer während der Arbeitsunfähigkeit bestimmte Rücksichtnahmepflichten treffen. Der Arbeitnehmer muss sich, vereinfacht gesprochen, so verhalten, dass er bald wieder gesund wird und an den Arbeitsplatz zurückkehren kann.

 

Rückfragen dazu immer gerne per E-Mail an mich.

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