Bundeskartellamt reduziert Kosten für Mitgliedschaft im "Fanclub Nationalmannschaft" für WM 2018 Tickets

December 4, 2017

Dem Bundeskartellamt ("BKartA") zufolge stellt es keine verbotene Kopplung und damit keinen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung dar, wenn der- bzw. diejenige, der/die Tickes für die EM 2016 bzw. WM 2018 erwerben will, zunächst Mitglied im "Fanclub Nationalmannschaft" werden muss. Dies hat das BKartA am vergangenen Freitag, den 1. Dezember 2017, entschieden (vgl. hier die Pressemitteilung des BKartA) und damit das im März 2016 eröffnete Verwaltungsverfahren (vgl. hier die Pressemitteilung des BKartA zur Verfahrenseröffnung) eingestellt.

 

Der Grundsatz ist klar: Wer Tickets erwerben will, möchte grds. keine, schon gar keine kostenpflichtige, Mitgliedschaft. Wer beides kombiniert, betreibt eine Kopplung "im klassischen Sinn" (sog. pure bundling) indem er den Erwerb von zwei "Produkten" (hier Tickets + Mitgliedschaft) so miteinander verbindet, dass man das eine Produkt (Tickets) nicht ohne das andere (Mitgliedschaft) erwerben kann. Allerdings kann eine Kopplung durchaus gerechtfertigt werden. Im Zweifel überwiegt indes der Schutz der Entschließungsfreiheit der Marktgegenseite vor der Marktverschließung durch die Kopplung. Im konkreten Fall ließ das BKartA eine Rechtfertigung zu. Der DFB hatte sich v.a. auf Sicherheitserwägungen gestützt. Allerdings muss jeder, der später ein Ticket erhält, ohnehin noch eine sog. "Fan-ID" bei den russischen Behörden beantragen.

 

Bei Lichte betrachtet liegt also immer noch eine Kopplung vor. Deren Wirkungen sind allerdings vom BKartA abgeschwächt worden, indem (i) die Kosten auf 10 EUR gesenkt worden sind und (ii) die Mitgliedschaft zeitlich befristet angeboten wird.

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