Haftung des GmbH-Geschäftsführers wegen Streichung einer Kundenschutzklausel

March 20, 2018

Licht und Schatten sind die Begleiter vieler Aspekte im Leben, so auch im Leben eines GmbH-Geschäftsführers. Eine Verschattung ergibt sich v.a. aus den Haftungsrisiken, denen sich ein GmbH-Geschäftsführer ausgesetzt sieht. Mit einem besonderen Aspekt hat sich kürzlich das OLG München befasst (OLG München, 8.2.2018, 23 U 2913/17, abrufbar hier) In diesem Fall nahm eine Gesellschaft ihren ehemaligen Geschäftsführer auf Feststellung, dass dieser zum Schadensersatz verpflichtet sei, in Anspruch, weil der Geschäftsführer im Zuge der Neuverhandlung eines Rahmenvertrages die Streichung einer zuvor im Vertrag enthaltenen Kundenschutzklausel umkommentiert akzeptiert hatte. 

 

Bei einer Kundenschutzklausel handelt es sich um eine Regelung, die das betreffende Unternehmen davor schützen soll, dass z.B. beim Subunternehmer direkt die Kunden des Auftraggebers angesprochen und mit diesen eine direkte Kundenbeziehung aufgebaut wird. 

 

Verzichtet ein GmbH-Geschäftsführer auf eine solche Klausel, dann haftet dieser gemäß § 43 Abs. 2 GmbHG auf Schadensersatz, weil der Verzicht auf die Kundenschutzklausel nicht mehr vom unternehmerischen Ermessen gedeckt sei, sondern sich hier hätte aufdrängen müssen, dass dies zu einem beträchtlichen Schaden für die Gesellschaft führen kann. 

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