Abwerben am Arbeitsplatz - was geht, was nicht?

October 13, 2018

Der Grundsatz ist: Eine Abwerbung von Mitarbeitern ist zulässig. Dies gilt vor allem außerhalb der Arbeitszeit. Aber auch innerhalb der Arbeitszeit ist ein Abwerben nicht gänzlich unzulässig. Dies gilt allerdings nur insoweit, als die "Betriebsabläufe (des Unternehmens, bei dem derjenige aktuell noch beschäftigt ist), dadurch nicht gefährdet werden". So weit, so gut.

 

In einem Fall, den das OLG Frankfurt am Main kürzlich zu entscheiden hatte, stritten sich zwei Personaldienstleister, bei dem einer den Mitarbeiter des anderen abwerben wollte und in diesem Zusammenhang binnen fünf Tagen 7mal auf dem Privathandy des Mitarbeiters des Konkurrenten während der Arbeitszeit anrief (OLG Frankfurt, 9.8.2018, 6 U 51/18; vgl. dazu hier die Pressemitteilung des OLG Frankfurt und hier die Entscheidung im Volltext). Zulässig ist nach Ansicht des Gerichts nur ein kurzer telefonischer Erstkontakt während der Arbeitszeit. Damit liegt das Gericht auf der Linie de bisherigen Rechtsprechung. Praktisch bedeutet dies: Eine kurze Schilderung der neuen Stelle und eine Abfrage des Interesses zwecks Vereinbarung eines Anschlusstelefonats sind zulässig. Weitere Folgekontakte sind wettbewerbswidrig. Zudem, so das Gericht, sei der Anrufer verpflichtet, auch bei einem Anruf auf dem Privathandy, zunächst zu erfragen, ob derjenige zeitlich gerade verfügbar ist oder nicht. Dies kann dem Anrufer zugemutet werden. 

 

Für Headhunter heißt es also weiterhin: Aufpassen, damit die wettbewerbsrechtlichen Grenzen des Abwerbens am Arbeitsplatz beachtet werden. 

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